Tipps für kommende Regenzeiten: Staunässe vermeiden

Der Sommer ist in vollem Gang und damit eine Zeit anhaltender Trockenheit. Nicht in Vergessenheit geraten sein dürften die Tage, als langer und strömender Regen in der Republik zu schweren Überflutungen führte. Diese werden sich – da sind sich Experten einig – wiederholen. Wann und wo ist ungewiss, sicher ist nur: Es wird neue Starkregen geben, die Natur und Mensch gleichermaßen zusetzen.

Es ist daher absolut notwendig, auch in Zeiten vermeintlicher Trockenheit auf das Thema Staunässe hinzuweisen. Denn spätestens nach dem Sommer folgen üblicherweise nassere Perioden – dann dürfte der Regen und seine Folgen wieder in aller Munde sein. Schließlich kann das Wasser nicht überall versickern und viele Böden sind bei Starkregen rasch gesättigt. Besitzt ein Gartzen dann keine krümelige Erde, sonder ist von Tonlagen durchzogen, kann das Wasser lange oberirdisch stehen bleiben. Was also tun, um Staunässe zu verhindern? Für viele Pflanzen im Garten kann Staunässe ein großes Problem sein und es ist immer besser vorzusorgen, als erst zu handeln wenn die Pflanzen im Wasser stehen. Bei Staunässe in Gemüsebeet, Rasen, Pflanzkübel und Balkonkistchen sterben zuerst die Wurzeln der Pflanzen ab. Der oberirdische Teil der Pflanze fängt bald darauf zu welken an, da die Versorgung mit Wasser und Nährstoffen über die Wurzeln ausbleibt. „Unser Tipp ist: Gartenfreunde sollten welkende Pflanzen und Blumen nicht zusätzlich gießen, sondern prüfen, ob der Boden feucht ist. Diese Fehler werden vor allem bei Gewächsen in Pflanzkübeln, Pflanztrögen und Blumenkübeln gemacht“, sagt der Eastwest-Inhaber Stephan Hack. „Wenn den oberen Pflanzenteilen bereits das Problem anzusehen ist, ist es leider oft bereits zu spät, um die Pflanze noch zu retten.“ Viele der angebotenen Blumenerden sind etwa mit einem Tonanteil versehen um die Wasserspeicherkraft zu erhöhen. So muss in den heißen Sommermonaten weniger oft gegossen werden. Dies ist zwar praktisch, weil dann die  Gießintervalle weiter auseinander liegen; allerdings ist es bei Dauerregen schnell zu nass für empfindliche Pflanzen wie zum Beispiel Verbenen, Surfinen oder mediterrane Kräuter wie Thymian oder Rosmarin. Dies Lösung könnte sein: Um matschige und überschwemmte Gemüsebeete zu vermeiden, kann man nicht nur Kompost und Sand in schwere Gartenerde einarbeiten, sondern auch die Beete erhöht anlegen – als Hochbeet.

Weitaus schwieriger ist es allerdings, das Gras oder Gemüsebeete vor dem Wasser zu retten. Besonders sehr ton- und lehmhaltige, verdichtete Böden bergen die Gefahr von Staunässe. Schlimm ist es, wenn sich nach dem Dauerregen schon Wasserpfützen auf dem Rasen oder in den Beeten bilden. Dann kann man versuchen, mithilfe einer Eisenstange tiefe Löcher in die Erde zu klopfen, um dem Wasser das Ablaufen zu ermöglichen. Grundsätzlich sollte man nicht auf nasser Erde herumlaufen, um ihn nicht noch mehr zu verdichten. Arbeitet man regelmäßig Quarzsand und Kompost ein, ist man auf dem besten Weg, in Zukunft keine Regenwasserpfützen im Garten zu haben. Besonders schwere, tonige Böden benötigen eine nachhaltige Durchmengung mit Sand und Kompost. Hier ist zeitweiliges Umgraben erlaubt, damit man nach und nach den Boden durchlässiger macht. Sobald man jedoch einen gesunden Humus vorfindet, sollte man Umgraben tunlichst vermeiden, da man dadurch eine große Anzahl an hilfreichen Bodenlebewesen abtötet. Gerade diese Lebewesen lockern die Erde aber mehr auf, als man es selbst mit einem Spaten tun könnte.

Besonders, wenn unter dem Garten stark lehmhaltige, tonige Bodenschichten liegen, die das Regenwasser lange am Versickern hindern, sollte man sich das Verlegen einer Dränage gegen Staunässe überlegen. Mithilfe von Dränagerohren wird überschüssiges Bodenwasser rasch gesammelt und gebündelt abgeleitet. Wichtig ist aber, dem Boden keinesfalls Grundwasser zu entziehen, da man die Erde sonst austrocknet.

Bei kleineren und größeren Balkonkästen und dauerhaft bepflanzten Pflanzkübeln muss vor dem Bepflanzen auf jeden Fall das Abfließen des überschüssigen Wassers gewährleistet sein (siehe auch Rubrik „Pflanzentipps)“. Dazu sollte man beim Kauf darauf achten, dass die Gefäße für Balkon und Terrasse über einen Ablauf verfügen. Hat man kein Problem damit, regelmäßig zu gießen, dann können sich die Ablauflöcher direkt im Boden des Topfes befinden, ansonsten sollte man Pflanzgefäße mit erhöhtem Ablauf kaufen. Bei vielen Kunststofftöpfen ist zwar ein Ablauf vorgesehen, allerdings ist dieser noch nicht durchbrochen. Ist dies der Fall, sollte man je nach dicke des Kunststoffes mit einem Messer, einer Schere oder einer Bohrmaschine für die nötigen Abflussöffnungen sorgen. Damit die Abflussöffnungen auch offen bleiben, sollte man besonders bei erhöhten Abläufen auf eine Dränageschicht achten. Dazu füllt man das Gefäß mit Blähton oder Schotter bis auf etwa 1cm über der Abflussöffnung, bedeckt diese Schicht dann mit einem entsprechenden wurzeldurchlässigen Fließ und füllt den Rest des Gefäßes mit Pflanzerde auf. Beim Gießen sollte man darauf achten, dass überschüssiges Wasser auch wirklich abfließt.

Bei Pflanzgefäßen und Blumenkübeln ist die Rettung der Gewächse vor zu viel Regenwasser einfach. Man stellt die Pflanzgefäße dauerhaft unter einen Regenschutz – zum Beispiel unter ein Vordach, einen Dachvorsprung oder einen Baum mit dichter Blätterkrone. Ein Raum, auch wenn er viele Fenster hat, ist für viele Freilandpflanzen auf lange Sicht ungeeignet. Sind die Pflanzgefäße für den schnellen Transport zu schwer, dann kann man auch ein provisorisches Regendach mit einer Baufolie oder einer Plane über der Pflanze errichten. Folien dürfen nicht an Pflanzenteilen und Früchten aufliegen, da es ansonsten schnell zu Fäulnis kommen kann. Nach dem Regen sollte der Baldachin rasch wieder entfernt werden. Und wenn es mal ganz schnell gehen muss kann man einfach zum Sonnenschirm oder einem alten Regenschirm greifen und diesen über die Pflanzen stellen. Es ist ja nur eine kurzfristige Lösung, die muss also nicht so prächtig aussehen.

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