Der Garten muss warten: XXL-Winter ist nicht totzukriegen

Es ist schon jetzt schlimm genug: In vielen Teilen Deutschlands wachen die Menschen morgens auf und jeden Tag wiederholt sich das gleiche gruselige Schauspiel: es hat geschneit. So geht das seit Wochen, von Frühling keine Spur. Und wenn’s schon nicht schneit, dann herrschen draußen derart frostige Temperaturen, dass zum Bier kühlen eigentlich kein Kühlschrank mehr nötig ist. Nicht umsonst war Ostern kälter als Weihnachten! Und es kommt noch dicker. Jetzt wagen die ersten Wetterfrösche sogar Prognosen, die andeuten, dass es bis Pfingsten so bleiben könnte: „Ein Durchbruch zu wärmeren Temperaturen ist nicht in Sicht“, orakelt der Deutsche Wetterdienst.

Na toll. Und dabei bricht der Winter 2012/2013 bereits jetzt viele Wetterrekorde. Denn der erste Schnee fiel im Oktober und „bis Ende Februar war es der dunkelste Winter seit Ewigkeiten“, erklärt Johanna Anger vom Deutschen Wetterdienst. Auch der März war bundesweit um 3,3 Grad zu kalt, er zählt zu den sechs kältesten Märzmonaten seit Beginn der Wettermessungen. Ganz zu schweigen vom April, der den Wetter-Wahnsinn mit Schnee und Schneeregen bestätigt. Übrigens: Den letzten Sommerschnee gab es 1970, damals fielen am 1. Mai noch Flocken in Berlin und Dresden.

Gartenfreunde müssen jetzt also ganz stark sein. Denn Erde und Luft sind so stark abgekühlt, dass sich die Wachstumsphase erheblich verzögert. Von blühenden Tulpenbeeten, wie sonst um diese Jahreszeit, keine Spur und auch die Gärtner und Baumärkte dürften mit erheblichen Umsatzausfällen zu kämpfen haben: Niemand kauft jetzt Stiefmütterchen, Bellis oder Primeln. „Die Gewächshäuser sind voll mit Frühlingsblühern und auch die Baumärkte platzen aus allen Nähten“, erklärt der Eastwest-Inhaber Stephan Hack. Wenn diese Pflanzen allerdings nicht gekauft werden, wartet nur noch der Kompost …

Ganz ausfallen wird diese Periode des Blühens aber nicht, sie kommt nur später – dann aber umso massiver und gedrängter. „Die Tulpen, die im Herbst gepflanzt wurden, kommen schon noch. Aber sie verblühen viel schneller, weil es dann zu heiß sein wird“, sagt Hack. Da der Boden immer noch gefroren ist, sollten nicht einmal hartnäckige und widerstandsfähige einheimische Arten wie Buchs und Kirschlorbeer gepflanzt werden: „Der Boden muss offen sein.“ Von den Gewächsen in Pflanzkübeln ganz zu schweigen, und niemand sollte ernsthaft den Versuch wagen, seine Zitrusbäume, Oleander oder Palmen vom geschützten Haus auf die Terrasse zu verfrachten. „So wie es momentan aussieht, können die Pflanztröge und Blumenkübel wohl erst Ende April – Anfang Mai raus oder neu bestückt werden“, betont Stephan Hack. Nach wie vor scheint auch die Natur still zu stehen: Von einer ausgiebigen Kirschblüte ist nichts zu sehen und auch die Bienen sind kaum unterwegs – diese sollten jetzt eigentlich die Obstbäume bestäuben. Was diese Wetterkapriolen künftig noch mit sich bringen … wir bleiben am Ball.

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