Wer einen Pflanzkübel richtig bewässern will, hat es mit einem kleinen, abgeschlossenen System zu tun. Die Wurzeln einer Kübelpflanze erreichen kein Grundwasser, und die Erde im Gefäß trocknet an einem heißen Tag deutlich schneller aus als ein Beet im Garten. Gleichzeitig kann überschüssiges Wasser nur dort abfließen, wo der Kübel es zulässt. Gießmenge, Gießrhythmus und Abfluss müssen deshalb zusammenpassen.
Wie viel Wasser eine Kübelpflanze braucht
Eine feste Literzahl für alle Kübelpflanzen gibt es nicht. Der Wasserbedarf hängt von Größe, Standort und Material des Kübels ab und davon, welche Pflanze darin wächst. Ein Oleander auf dem sonnigen Südbalkon verbraucht im Juli deutlich mehr als ein Buchsbaum im Halbschatten.
| Einflussgröße | Eher mehr Wasser | Eher weniger Wasser | Worauf Sie achten |
|---|---|---|---|
| Größe des Gefäßes | kleine Töpfe, Blumenkästen | große Kübel mit viel Erde | kleine Gefäße im Sommer täglich prüfen |
| Standort | volle Sonne, Wind | Halbschatten, geschützte Ecke | Wind trocknet die Erde zusätzlich aus |
| Material | unglasierte Terrakotta, dunkles Metall in der Sonne | Fiberglas, Kunststoff, glasierte Keramik | Terrakotta verdunstet Wasser über die Wand |
| Pflanze | großblättrige Arten wie Oleander oder Hortensie | Lavendel, Rosmarin, Sukkulenten | bei trockenheitsliebenden Arten die Erde zwischen zwei Gießgängen abtrocknen lassen |
| Jahreszeit | Hochsommer | Herbst, Winterruhe | im Winter nur an frostfreien Tagen gießen |
Durchdringend gießen statt in kleinen Schlucken
Für die Menge pro Gießgang gilt eine einfache Faustregel: Gießen Sie langsam, bis unten aus dem Abzugsloch Wasser austritt. Dann ist der ganze Wurzelballen durchfeuchtet. Kleine Portionen jeden Tag benetzen meist nur die oberste Schicht, und die Pflanze bildet ihre Wurzeln bevorzugt dort, wo sie bei Hitze zuerst austrocknen. Nimmt ein völlig trockener Ballen kein Wasser mehr an, gießen Sie in zwei oder drei Durchgängen mit einigen Minuten Abstand.
Wann und wie oft Sie Pflanzkübel bewässern sollten
Die Fingerprobe ersetzt den Gießkalender
Ob ein Kübel Wasser braucht, verrät die Erde. Stecken Sie einen Finger zwei bis drei Zentimeter tief hinein. Fühlt sich die Erde dort trocken an, ist es Zeit zum Gießen; ist sie noch kühl und feucht, warten Sie einen Tag. Bei Kübeln mit mehr als 50 cm Höhe hilft ein Holzstab, der beim Herausziehen feuchte Erde mitbringt oder sauber bleibt.
Gießrhythmus im Lauf des Jahres
Die folgenden Abstände sind eine grobe Orientierung, die Sie mit der Fingerprobe abgleichen:
- Im Hochsommer brauchen kleine Gefäße und Blumenkästen in voller Sonne oft täglich Wasser. Große Kübel kommen meist mit einem Gießgang alle zwei bis drei Tage aus. Wer das nicht schafft, weicht auf Kübel mit Wasserspeicher oder ein Bewässerungssystem aus.
- Im Frühjahr und Herbst reicht in vielen Fällen ein- bis zweimal pro Woche.
- Im Winter ruhen die meisten Pflanzen. Immergrüne Arten, die draußen überwintern, verlieren an sonnigen Tagen trotzdem Wasser über die Blätter und brauchen an frostfreien Tagen einen mäßigen Gießgang.
Morgens gießen, wenn es sich einrichten lässt
Am frühen Morgen ist die Erde kühl, wenig Wasser verdunstet, und die Pflanze ist für die Mittagshitze versorgt. Abends zu gießen ist die zweitbeste Wahl. Weil über Nacht nasse Blätter Pilzkrankheiten begünstigen, gehört das Wasser auf die Erde und nicht über das Laub.
Drainage: Wohin das überschüssige Wasser fließt
Unter einer Drainage ist alles zu verstehen, was Wasser, das die Erde nicht halten kann, aus dem Kübel ableitet. Ohne Abfluss stehen die unteren Wurzeln dauerhaft im Nassen.
Abzugslöcher im Kübelboden
Ein Pflanzkübel für draußen sollte mindestens ein Loch im Boden haben, ein großes Gefäß besser mehrere. Prüfen Sie vor dem Bepflanzen, ob Ihr Kübel Abläufe hat. Fehlen sie, lassen sich in Kunststoff oder Fiberglas in der Regel nachträglich welche bohren. Steht der Kübel flach auf Fliesen, verschließt die Fläche die Öffnungen leicht; kleine Füße oder ein Rollbrett darunter lassen das Wasser frei ablaufen.
Drainageschicht und Vlies
Eine Schicht aus Blähton, Kies oder Tonscherben am Kübelboden verhindert, dass Erde die Abzugslöcher verstopft. Als Faustregel gelten drei bis fünf Zentimeter. Ein Vlies zwischen Drainage und Erde hält feine Erdteile zurück, damit die Schicht durchlässig bleibt. Die Drainageschicht ersetzt allerdings kein Abzugsloch: In einem geschlossenen Gefäß steht das Wasser dann in den Steinen, bis die Schicht vollgelaufen ist.
Staunässe erkennen und vermeiden
Staunässe bedeutet, dass die Erde über längere Zeit mit Wasser gesättigt ist. In den Poren fehlt Luft, die Wurzeln bekommen keinen Sauerstoff und beginnen zu faulen. Von einer kurzen Trockenphase erholt sich eine Kübelpflanze meist, von faulen Wurzeln häufig nicht mehr.
Typische Anzeichen für zu viel Wasser im Kübel sind:
- schlaff hängende Blätter, obwohl die Erde nass ist
- gelbe Blätter, die von unten nach oben zunehmen
- ein muffiger Geruch aus der Erde
- dunkle, weiche Wurzeln statt heller, fester
Hat eine Kübelpflanze bereits zu nass gestanden, nehmen Sie den Ballen aus dem Kübel und lassen ihn abtrocknen. Matschige Wurzeln schneiden Sie ab, bevor die Pflanze in frische Erde kommt.
Eine häufige Ursache für Staunässe im Sommer ist ein voller Untersetzer. Leeren Sie ihn nach Regen oder einem kräftigen Gießgang nach etwa einer halben Stunde. Im Winter ist das doppelt wichtig, denn gefrierendes Wasser kann Wurzeln schädigen und ein Gefäß sprengen. Im Zubehör von Eastwest-Trading finden Sie Untersetzer.
Pflanzkübel bewässern im Urlaub und mit Bewässerungssystemen
Wie kann ich meine Kübelpflanzen im Urlaub bewässern?
Für ein verlängertes Wochenende genügt es meist, die Kübel vorher durchdringend zu gießen und kleinere Gefäße in den Schatten zu stellen. Bei längerer Abwesenheit im Sommer braucht es jemanden, der gießt, oder Kübel mit Wasserspeicher, Tonkegel oder Tröpfchenbewässerung.
Wie lange hält eine Bewässerung mit PET-Flaschen?
Eine umgedrehte PET-Flasche überbrückt bei Sommerhitze meist nur wenige Tage, in einem großen Kübel und bei kühlem Wetter länger. Wie lange sie in Ihrem Kübel reicht, zeigt ein Probelauf vor der Reise.
Was sind die Nachteile der Tröpfchenbewässerung?
Eine Tröpfchenbewässerung mit Zeitschaltuhr gießt nach Uhrzeit statt nach Bedarf, also auch nach Regen. In einem Kübel ohne freien Abfluss begünstigt das Staunässe. Feine Tropfer können zudem verkalken; prüfen Sie sie deshalb regelmäßig.
Wie kann ich selbst ein Bewässerungssystem für Pflanzkübel bauen?
Selbst bauen lässt sich eine Dochtbewässerung: Je Kübel führt eine angefeuchtete Baumwollschnur vom Boden eines Wassereimers einige Zentimeter tief in die Erde und zieht Wasser nach, sobald die Erde abtrocknet. Der Eimer sollte mindestens auf Höhe der Erdoberfläche stehen, sonst kommt kaum Wasser an. So können Sie mehrere Pflanzkübel bewässern, ohne Strom- oder Wasseranschluss.
Bewässerung will gelernt sein
Die richtige Bewässerung ist entscheidend, damit Pflanzen in Pflanzkübeln gesund wachsen und lange blühen. Kontrollieren Sie regelmäßig die Feuchtigkeit der Erde und passen Sie die Wassermenge an Pflanzenart, Standort und Witterung an. Ein guter Wasserabzug verhindert Staunässe und schützt die Wurzeln vor Schäden. So schaffen Sie optimale Bedingungen für kräftige Pflanzen und eine dauerhaft attraktive Bepflanzung.