Die Eisheiligen – was Sie zu den „gestrengen Herren“ wissen sollten

„Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz.“

Glaubt man den alten Bauernregeln, läuten erst die Eisheiligen Mitte Mai die warme Jahreszeit ein. Auch wenn viele Pflanzen schon vorher ausgesät werden können, sollten Sie die möglicherweise kühlen Tage Mitte Mai nicht auf die leichte Schulter nehmen. Andernfalls sind Ihre Mühen womöglich umsonst!

Was es mit den Eisheiligen auf sich hat

Als Eisheilige werden nach dem Volksglauben die Tage vom 11. bis 15. Mai bezeichnet. In dieser Zeit kommt es – wie der Name bereits vermuten lässt – häufig zu unerwarteten Temperatureinbrüchen, die nicht selten nächtlichen Frost mit sich bringen. Die Heiligen, deren Namenstage die Eisheiligen zeitlich festsetzen, sind Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), und Bonifatius (14. Mai). In Norddeutschland beginnt die Zeit der Eisheiligen bereits einen Tag früher, mit dem Namenstag des heiligen Mamertus. In Süddeutschland endet der Zeitraum hingegen einen Tag später, mit dem Tag der Kalten Sophie am 15. Mai.

Nach diesen Daten kann man sich – zumindest heutzutage – jedoch nicht mehr zu 100 Prozent richten. Mit der Ablösung des Julianischen Kalenders durch den Gregorianischen Kalender im 16. Jahrhundert haben sich die Namenstage der Heiligen und der damit verbundene Temperatureinbruch um ca. eine Woche nach hinten verschoben. Die Kirche hat die Daten der Namenstage allerdings nicht an den neuen Kalender angepasst. Diese Verschiebung der Eisheiligen belegen auch meteorologische Aufzeichnungen: Der Kälteeinbruch kommt oft erst um den 20. Mai.

„Pankraz und Servaz sind zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht, zerstören sie wieder.“

Bauernweisheiten wie diese sind nicht nur leere Worte. Lassen Sie sich gerade bei Kräutern oder Sommerblumen nicht von den sommerlichen Temperaturen Anfang Mai zum verfrühten Pflanzen verleiten. Einige Kräuter reagieren sehr empfindlich auf frostige Temperaturen und eine kühle Nacht kann schnell Ihre ganze Arbeit zunichte machen. Besonders Basilikum, Rosmarin, Dill, Majoran, Estragon, Petersilie, Kresse und sind kälteempfindlich und werden besser erst nach den Eisheiligen gepflanzt oder drinnen vorgezogen – zum Beispiel in unserem Kunststoff Pflanztrog FIONA. Die handliche Größe und das leichte Material machen es Ihnen leicht, den Pflanztrog nach draußen zu stellen, sobald die wärmeren Temperaturen anhalten.

Sind die Eisheiligen einmal überstanden, können Sie auch empfindliche Sommerblumen direkt ins Beet oder auf den Balkon pflanzen. Nehmen Sie sich Ende Mai Zeit, Sonnen- und Ringelblumen, Zinnien, Kornblumen und Herbstaster zu pflanzen. So erfreuen Sie sich bis in den Herbst hinein an den bunten Blüten: Die Ringelblume blüht zwischen Juli und September, die Sonnenblume im August und September. Bis zum Oktober können Sie den Anblick der Zinnie und Kornblume genießen. Die Herbstaster blüht zwischen September und November.

Auch bei einigen Kübelpflanzen sollten Sie das Ende des Wonnemonats abwarten, bevor sie an die frische Luft kommen: Yucca und Bougainvillea sind äußerst frostempfindlich. Olivenbäumchen oder Oleander hingegen vertragen einen leichten Frost und können daher schon vor den Eisheiligen auf die Terrasse.

Haben Sie bereits jetzt im Garten oder auf dem Balkon Gemüse gepflanzt, sollten Sie die sensibleren unter den Pflänzchen mit Vlies oder Folie schützen. Kälteempfindlich sind zum Beispiel Tomaten, Gurken, Zucchini und Bohnen. Haben Sie noch nichts gepflanzt, warten Sie noch ab bis Ende Mai. Dann müssen Sie nachts nicht mehr mit Frost rechnen und sind auf der sicheren Seite. Blattsalate, Kohlrabi, Radieschen und Zwiebeln überstehen hingegen auch frostige Temperaturen und können schon vor den Eisheiligen ins Beet.

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