Zeit zum Abtauchen: So legen Sie einen Gartenteich an

Im Frühjahr ist die perfekte Zeit, um eine kleine Wasseroase im heimischen Garten anzulegen. Wenn Organismen aus dem Winterschlaf aufwachen und Insekten die Frühlingssonne genießen, kann sich ein eigenständiges ausbalanciertes Gleichgewicht im Gartenteich entfalten. Mit ein wenig Planung und etwas Geschick ist der Teichbau in ein paar Tagen erledigt und Sie können sich neben dem kühlen Nass erholen.

Wo ist der perfekte Standort für einen Teich im Garten?

Bei der Planung einer Teichanlage gibt es zwei Grundregeln:

  1. Zu viel Sonne fördert das Algenwachstum.
  2. Zu viel Schatten durch Bäume bringt die Gefahr der Wasserverschmutzung.

Die Lösung für den optimalen Standort ist also der Halbschatten. Der Teich sollte etwa 5 bis 6 Sonnenstunden am Tag erhalten. Dabei darf der Schatten auch gerne von Teichpflanzen wie Schilf oder Teichrosen kommen. Diese verhindern, dass Algen zu viele Nährstoffe erhalten und halten gleichzeitig das Gleichgewicht. Ebenso sollte der Teich groß genug sein, damit sich das Wasser selbst reinigen kann.

Die Anforderungen an den Boden sind denkbar einfach: wenig bis kein Wurzelwerk sowie gleichmäßige Erde ohne hohe Steinmengen.

Wie lege ich einen Gartenteich an?

Ist die Planung gefestigt, geht es an die Arbeit.

  • Heben Sie ein Loch mit mindestens einem Meter Tiefe aus. Das reicht aus, damit Fische darin überwintern können.
  • Legen Sie das Loch mit Vlies aus, damit die Teichfolie bzw. der Fertigteich nicht von Steinen durchdrungen werden.
  • Ist der Teich eher kleiner, reichen organische Filtersysteme. Hierfür gibt es Filterkörbe, die mit Kies und Substrat befüllt und entlang des Teichrandes aufgestellt werden. Das ist das Futter für die Mikroorganismen, die das Wasser reinigen.
  • Bei größeren Teichen ist eine Schlammpumpe nötig, um den entstehenden Faulschlamm am Teichboden zu entfernen.

Ist alles eingerichtet, wird der Teich befüllt. Hierfür reicht Leitungswasser aus. Prüfen Sie, welchen pH-Wert das Wasser hat. Gegebenenfalls muss mit einem Wasserpflegemittel für den optimalen Wert nachgeholfen werden. Zudem sollten Sie die eingelassene Wassermenge messen, damit spätere Pflanzen- und Pflegemittel in der richtigen Menge hinzugegeben werden können.

Beim Bepflanzen sollten Sie von der Tiefwasserzone zur Uferzone hin arbeiten und ausschließlich spezielle Teicherde verwenden. Achten Sie beim Pflanzen auch auf eine gleichmäßige Verteilung der Wasserpflanzen.

Achtung: Damit Sie gegen mögliche Unfälle abgesichert sind, sollten Sie den Teich gegen unbefugtes Betreten abzäunen.

Folienteich oder Fertigteich?

Für Teichanfänger eignet sich ein Fertigteich. Teichschalen gibt es in verschiedenen Formen. Der Vorteil: Die Teichzonen sind bereits vorgegeben und lassen sich gut bepflanzen. Ebenso muss nicht so stark auf den Untergrund geachtet werden, da das Material sehr widerstandsfähig ist. Wer also seine Fähigkeiten als Teichbesitzer testen und wilden Tieren mit einer begrünten Wasseroase eine Heimat geben möchte, sollte zu dieser Option greifen. Ein wenig Gestaltungsraum bieten Teichschalen mit einer Anschlussstelle für künstliche Bachläufe. Für einen japanischen Garten ist das eine schöne Idee.

Wenn jedoch Profis am Werk sind, ist die Teichfolie das Mittel zum Zweck. Die Planung lässt sich individuell gestalten, wodurch der Teichbauer nicht an eine feste Form gebunden ist. Beachten Sie beim Kauf der Folie auf zertifizierte Materialien, die sich gut und einfach recyceln lassen.

Welche Wasserpflanzen eignen sich für den Gartenteich?

Sparen Sie nicht an Wasserpflanzen! Sie reinigen das Wasser und fördern den Sauerstoffaustausch. Formen Sie zunächst mit Kies, Sand und Holz die Uferzonen und setzen Sie anschließend die Pflanzen am geeigneten Standort ein.

  • Tiefwasserpflanzen: Seerose, Seekanne, Hornblatt
  • Flachwasserpflanzen: Sumpf-Schwertlilie, Hechtkraut, Pfeilkraut, Sumpfdotterblume

Unterwasserpflanzen sind in kleinen wie großen Teichen unverzichtbar. Zum einen sind sie ein guter Platz zum Verstecken für Fische. Zum anderen nehmen Sie Algen die Nährstoffe.

Welche Fische kann ich im Gartenteich ansiedeln?

Bei Fischen ist es wie bei Haustieren: Die einen benötigen viel Platz, andere bevorzugen es mit einem Partner zu leben und wieder andere möchten einfach ihre Ruhe haben. Grundsätzlich sollten Fische nur in einem Teich angesiedelt werden, der tief genug ist – also mindestens einen Meter tief. Auch zu viele Fische sollten nicht im Teich leben, da das Gleichgewicht umkippt. Für den typischen Gartenteich, sind folgende Fischarten, die auch zusammen gehalten werden können, eine schöne Bereicherung:

  • Goldfisch
  • Sonnenbarsch
  • Rotflossenorfe
  • Goldorfe

Welche Tiere siedeln sich im Gartenteich an?

Wenn Sie lieber eine natürliche Besiedlung Ihres Teiches wünschen, sollten Sie auf Fische verzichten. Denn sie fressen Larven, Mikroplankton und viele weitere Kleinstlebewesen und machen es so Fröschen schwer, sich anzusiedeln. Seien Sie also neugierig und schauen Sie zu, wie Ihr Teich zu einem wundervollen Biotop wird.

Libellen mögen frisches Wasser und unendlich viel Grün. Und auch Wasserläufer und Wasserkäfer besiedeln in kurzer Zeit Ihren Teich. Je weiter außerhalb der Stadt der Teich liegt, desto schneller siedeln sich neben Insekten auch Frösche und Lurche an. Ermöglichen Sie den Tieren einen naturgetreuen Lebensraum und formen Sie einen flachen Übergang zwischen Land und Wasser.

Hat sich einmal der Frosch angesiedelt, so bleibt er Ihnen das ganze Jahr über treu. Da Frösche zu den geschützten Arten gehören, dürfen Sie nicht vom Teich entfernt werden – weder wild angesiedelte, noch eingesetzte. Auch der Laich darf nicht entfernt werden. Stören sich also Nachbarn an dem fröhlichen Gequake, kann niemand etwas dagegen tun. Im Frühjahr zur Laichzeit können Sie auch Molche am Teich beobachten. Sie kommen nur sporadisch und gehen nach einiger Zeit wieder. Wenn Sie Fröschen und Molchen ein festes Zuhause schenken möchten, können Sie eine Grube ausheben, die mit Steinen, Rindenstückchen, Erde und Laub aufgefüllt wird.

Was kann ich gegen Algen im Gartenteich tun?

Damit Ihr Teich nicht von unliebsamen Algen bewohnt wird, sollten Sie bereits bei der Planung auf vier Punkte achten:

  1. Größe: verhindert die schnelle Aufheizung des Wassers
  2. Standort: verhindert die Verschmutzung des Wassers
  3. Tiefe: verhindert die schnelle Aufheizung des Wassers
  4. Pflanzen: nehmen Algen die Nährstoffe

Sollten sich doch einmal Algen ansiedeln, sollten Sie diese schnellstmöglich entfernen. Fadenalgen sind an sich ein gutes Zeichen für das biologische Gleichgewicht im Teich. Beim Absterben erzeugen Sie jedoch Stickstoff, was wiederum die Algenbildung fördert. Pflanzen Sie am besten Wasserlinsen und viele weitere Wasserpflanzen im Teich an. Sie benötigen die Nährstoffe selbst und schwächen somit das Algenwachstum.

Wir wünschen Ihnen einen schönen Start in den Sommer mit Ihrem neuen Teich!

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