Ein Pflanzkübel mit Bewässerungssystem hält unter der Erde einen Wasservorrat bereit, aus dem sich die Pflanze über mehrere Tage selbst versorgt. Das nimmt Gießarbeit ab. Ob sich ein Wasserspeicher für Sie lohnt, hängt aber weniger am Kübel als an drei Dingen: an der Pflanze, am Standort und daran, wie regelmäßig Sie selbst gießen können.
So funktioniert ein Pflanzkübel mit Wasserspeicher
Das Prinzip ist bei den meisten Systemen gleich. Im unteren Teil des Pflanzgefäßes liegt ein Reservoir, das durch einen Zwischenboden oder einen Pflanzeinsatz von der Erde getrennt ist. Über Dochte, Saugsäulen aus Substrat oder ein mineralisches Granulat steigt das Wasser durch Kapillarkraft nach oben in den Wurzelraum.
Die Wurzeln bekommen so eine gleichmäßige Feuchte statt eines Wechsels zwischen durchnässter und ausgetrockneter Erde. Statt täglich zur Gießkanne zu greifen, füllen Sie je nach Pflanze, Speichergröße und Wetter nur alle paar Tage nach.
Welche Bewässerungssysteme es für Pflanzkübel gibt
Im Handel gibt es im Wesentlichen vier Bauarten. Bei der Wahl zählen zwei Fragen: Soll ein vorhandener Kübel nachgerüstet werden, und wie lange muss das System ohne Sie auskommen?
| Bauart | Aufbau | In vorhandene Kübel nachrüstbar | Passt vor allem zu |
|---|---|---|---|
| Kübel mit integriertem Wasserspeicher | Doppelboden mit Reservoir, Einfüllrohr und Wasserstandsanzeiger | Nein, das Reservoir ist Teil des Gefäßes | Neuanschaffung für Balkon, Terrasse oder Innenraum |
| Bewässerungseinsatz | Einsatz mit eigenem Reservoir, der in einen bestehenden Kübel gestellt wird | Ja, wenn die Innenmaße passen | Kübel, die Sie behalten möchten |
| Dochtbewässerung | Docht, der aus einem separaten Vorratsbehälter in die Erde führt | Ja | Kleine Töpfe und Zimmerpflanzen während einer Abwesenheit |
| Tropfbewässerung | Schläuche und Tropfer am Wasserhahn oder an einer Pumpe, oft mit Zeitschaltuhr | Ja, mit Wasseranschluss oder Pumpe | Mehrere Kübel auf Terrasse oder Dachterrasse |
Speicher, Einsatz und Docht schöpfen aus einem begrenzten Vorrat. Tropfsysteme am Wasserhahn hängen dagegen an der Leitung und überbrücken so auch längere Abwesenheiten. Für einen neuen Kübel ist der integrierte Speicher meist die einfachste Lösung.
Für wen sich ein Wasserspeicher lohnt
Am meisten bringt der Wasserspeicher dort, wo regelmäßiges Gießen schwierig wird. Das trifft in der Regel zu, wenn
- Sie öfter mehrere Tage am Stück nicht zu Hause sind,
- die Kübel auf einem Südbalkon oder einer Dachterrasse stehen, wo Sonne und Wind die Erde schnell austrocknen,
- große Pflanzen mit viel Blattmasse an heißen Tagen mehr verdunsten, als eine Gießrunde ausgleicht,
- Pflanzgefäße in Büros oder Hotels stehen und das Gießen nicht an einer Person hängen soll,
- Kübel an Stellen stehen, die Sie mit der Gießkanne schlecht erreichen.
Auch Tomaten, Gurken oder Basilikum im Kübel profitieren, weil sie empfindlich auf schwankende Feuchte reagieren; bei Tomaten platzen dann leicht die Früchte auf.
Wann ein Kübel ohne Speicher die bessere Wahl ist
Dauerhaft feuchte Erde verträgt längst nicht jede Pflanze. Sukkulenten, Kakteen und mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Lavendel oder Thymian wollen zwischen zwei Wassergaben abtrocknen. Mit Wasserspeicher bleibt ihr Wurzelraum meist zu nass, ein Gefäß mit Abzugsloch und Drainageschicht ist für sie die sicherere Wahl.
Auch der Winter kann gegen ein Reservoir sprechen. Gefriert Wasser im Speicher eines Kübels im Freien, dehnt es sich aus und kann Zwischenboden oder Gefäßwand beschädigen. Für Kübel, die ganzjährig draußen stehen, sollte sich der Speicher vor dem ersten Frost vollständig entleeren lassen.
Kleine Töpfe auf der Fensterbank, die Sie ohnehin jeden Tag sehen, brauchen selten einen Speicher. Ein Docht aus einem Vorratsgefäß lohnt sich bei ihnen vor allem, wenn Sie verreisen.
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten
Wasserstandsanzeiger und Einfüllrohr
Je größer das Reservoir im Verhältnis zur Erdmenge, desto länger reicht der Vorrat; wie lange genau, lässt sich vorab nur grob schätzen. Ein Wasserstandsanzeiger mit Schwimmer und gut ablesbarer Skala zeigt deshalb, wann der Vorrat zur Neige geht. Nachgefüllt wird über das Einfüllrohr, das auch bei dichter Bepflanzung erreichbar bleiben sollte.
Überlauf für Kübel im Freien
Draußen landet auch Regen im Kübel. Ein Überlauf auf Höhe des Zwischenbodens lässt überschüssiges Wasser ab, damit der Pegel im Reservoir nicht über den Zwischenboden in die Erde steigt. Fehlt der Überlauf, steht der Wurzelballen nach einem kräftigen Regen im Wasser, und es entsteht Staunässe: Die Wurzeln bekommen keinen Sauerstoff mehr und beginnen zu faulen. Für Balkon und Terrasse ist der Überlauf deshalb meist das wichtigste Auswahlmerkmal.
Material und Standort
Welches Material passt, entscheidet der Standort. Drinnen genügt Kunststoff oder glasierte Keramik, weil der Kübel dort weder Frost noch praller Sonne ausgesetzt ist. Draußen muss das Material frostfest und UV-beständig sein, etwa Fiberglas oder kräftiger Kunststoff. Unglasierte Terrakotta lässt an beiden Standorten Feuchtigkeit durch die Wand verdunsten, sodass der Vorrat früher aufgebraucht ist.
Substrat und Anwachsphase
Strukturstabile Kübelpflanzenerde mit mineralischem Anteil leitet das Wasser aus dem Reservoir länger zuverlässig nach oben als sehr feine Erde, die mit der Zeit zusammensackt. In den ersten Wochen nach dem Einpflanzen gießen Sie in der Regel noch von oben, bis die Wurzeln den unteren Bereich erreicht haben, in dem die Feuchtigkeit ankommt. Erst danach übernimmt der Speicher die Versorgung.
Ein Wasserspeicher lohnt sich, wo Gießen zum Engpass wird
Für Pflanzen, die gleichmäßige Feuchte mögen, ist ein Pflanzkübel mit Bewässerungssystem eine gute Wahl, wenn Sie nicht jeden Tag zum Gießen kommen. Weniger sinnvoll ist ein Wasserspeicher bei Pflanzen, die zwischendurch abtrocknen müssen, bei kleinen Töpfen, die Sie täglich sehen, und bei Kübeln im Freien, deren Speicher sich vor dem Winter nicht leeren lässt.