Kübelpflanzen brauchen in der Wachstumszeit deutlich öfter Dünger als Pflanzen im Gartenbeet. Als Faustregel gilt: Wer Pflanzen im Pflanzkübel düngen will, gibt von März oder April bis Ende August etwa alle ein bis zwei Wochen Flüssigdünger oder arbeitet einmal im Frühjahr einen Langzeitdünger ein. Wie oft es genau sein muss, hängt von der Pflanze, der Düngerform und dem Alter der Erde ab.
Warum Kübelpflanzen öfter Dünger brauchen als Beetpflanzen
Eine Pflanze im Beet schickt ihre Wurzeln dorthin, wo sie Nährstoffe findet, und der Gartenboden liefert durch Bodenleben und Verwitterung laufend nach. Im Pflanzkübel steht dagegen nur die Erde zur Verfügung, die Sie eingefüllt haben. Ein kräftig wachsender Oleander oder eine Engelstrompete hat diesen Vorrat nach wenigen Wochen aufgebraucht.
Dazu kommt das Gießen. Mit jedem Schwall, der unten aus den Abzugslöchern läuft, gehen gelöste Nährstoffe verloren. Gerade im Hochsommer, wenn Kübelpflanzen täglich Wasser brauchen, leert sich das Substrat entsprechend schneller. Für die Düngung heißt das: Je mehr Wasser durch den Kübel läuft, desto regelmäßiger muss Nachschub kommen.
Die Düngesaison: vom Austrieb bis Ende August
Gedüngt wird, solange die Pflanze wächst. Die Saison beginnt mit dem Austrieb im Frühjahr, je nach Witterung im März oder April.
Ende August, spätestens Anfang September, ist mit dem Düngen Schluss. Späte Gaben regen weichen Neutrieb an, der bis zum ersten Frost nicht mehr ausreift und im Winter leicht erfriert. Ohne Nachschub schließt die Pflanze ihre Triebe ab und geht widerstandsfähiger in die kalte Jahreszeit. Gehölze im Kübel bekommen ihre letzte Gabe meist schon Ende Juli.
Winterpause im Quartier
Im Winterquartier ruht die Düngung. Kühl und eher dunkel überwinterte Kübelpflanzen wachsen kaum und können Nährsalze nicht verwerten, die Salze reichern sich dann in der Erde an. Eine Ausnahme sind Pflanzen, die im hellen, warmen Wintergarten weiterwachsen, etwa manche Zitrusbäumchen. Solche Pflanzen bekommen in der Regel alle vier bis sechs Wochen eine schwach dosierte Gabe.
Pflanzen im Pflanzkübel düngen: Richtwerte nach Pflanzengruppe
Im Gartenbau werden Pflanzen grob nach ihrem Nährstoffhunger eingeteilt. Die Tabelle zeigt übliche Richtwerte für die Saison. Die Angaben auf der Düngerpackung gehen im Zweifel vor.
| Pflanzengruppe | Beispiele | Flüssigdünger in der Saison | Langzeitdünger |
|---|---|---|---|
| Starkzehrer | Engelstrompete, Oleander, Tomaten, Geranien, Petunien | wöchentlich, Engelstrompeten in der Hauptblüte auch zweimal pro Woche | im Frühjahr, ab Juli zusätzlich Flüssigdünger |
| Mittelzehrer | Hibiskus, Zitruspflanzen | alle ein bis zwei Wochen | einmal im Frühjahr, bei Bedarf eine Nachgabe im Juni |
| Kübelgehölze | Buchs, Fächerahorn, Kirschlorbeer | alle zwei bis drei Wochen bis Ende Juli | einmal im Frühjahr |
| Schwachzehrer | Rosmarin, Thymian, Lavendel, Ziergräser | alle vier bis sechs Wochen, schwach dosiert | eine halbe Gabe im Frühjahr reicht meist |
Bei mediterranen Kräutern ist zu viel Fürsorge ein typischer Fehler. Rosmarin und Thymian wachsen in ihrer Heimat auf kargen Böden. Reichlich gedüngt bilden die Kräuter weiche Triebe, verlieren an Aroma und werden anfälliger für Krankheiten.
Flüssigdünger oder Langzeitdünger: was den Takt bestimmt
Flüssigdünger
Flüssigdünger wird dem Gießwasser beigemischt und wirkt innerhalb weniger Tage. Die Menge lässt sich damit fein steuern, allerdings müssen Sie im festen Rhythmus daran denken. Geben Sie Flüssigdünger nur auf leicht feuchte Erde: Auf einen ausgetrockneten Wurzelballen gegossen, kann die Nährsalzlösung feine Wurzeln schädigen. Wer unsicher ist, dosiert eher etwas schwächer als angegeben und düngt dafür regelmäßig.
Langzeitdünger
Langzeitdünger gibt es als Granulat, Stäbchen oder Kegel. Die umhüllten Nährsalze geben ihren Inhalt je nach Produkt über drei bis sechs Monate ab, bei Wärme und Feuchtigkeit schneller. Im Frühjahr in die obere Erdschicht eingearbeitet, deckt ein Langzeitdünger bei Mittel- und Schwachzehrern meist die ganze Saison ab. Starkzehrer brauchen ab dem Hochsommer oft zusätzlich Flüssigdünger, weil sich der Vorrat in der Hitze schneller erschöpft.
Nach dem Umtopfen erst einmal warten
Frische Kübelpflanzenerde ist in der Regel vorgedüngt und versorgt eine Pflanze je nach Produkt etwa vier bis sechs Wochen. Auch Pflanzen aus der Gärtnerei stehen meist in gedüngtem Substrat. Beginnen Sie nach dem Umtopfen oder Kauf deshalb erst nach dieser Frist mit der regelmäßigen Düngung.
Anzeichen von Nährstoffmangel und Überdüngung
Ob der Dünge-Takt stimmt, zeigt die Pflanze selbst. Typische Hinweise auf einen Mangel:
- Ältere Blätter werden von unten her hellgrün bis gelb, oft ein Zeichen für fehlenden Stickstoff.
- Junge Blätter vergilben, während die Blattadern grün bleiben. Das deutet auf Eisenmangel hin, häufig bei Zitruspflanzen und kalkhaltigem Gießwasser.
- Die Pflanze wächst kaum weiter und setzt wenige Blüten an, obwohl Licht und Wasser stimmen.
Überdüngung zeigt sich anders:
- weiße Salzkrusten auf der Erdoberfläche
- braune, trockene Blattränder und Blattspitzen
- welke Blätter, obwohl die Erde feucht ist
- lange, weiche Triebe, an denen sich Blattläuse gern ansiedeln
Weiße Ränder am Kübel allein sind meist Kalk aus hartem Gießwasser und noch kein Grund für eine Düngepause. Bei Verdacht auf Überdüngung setzen Sie den Dünger einige Wochen aus und spülen die Erde gründlich mit klarem Wasser durch, bis es unten abläuft. Bei starken Salzschäden hilft oft nur frische Erde.
Kleine, regelmäßige Gaben bringen Kübelpflanzen am weitesten
Kübelpflanzen kommen mit kleinen, regelmäßigen Düngergaben besser zurecht als mit seltenen großen Portionen, weil das begrenzte Substrat keine Spitzen abpuffert. Wer sich für den Flüssigdünger einen festen Wochentag merkt oder im Frühjahr Langzeitdünger einarbeitet und ab Ende August pausiert, liegt bei den meisten Kübelpflanzen richtig. Blattfarbe und Wuchs zeigen dann im Lauf des Sommers, ob eine Pflanze mehr oder weniger braucht.